Trächtigkeitsdiagnostik

Im statistischen Mittel beträgt die Trächtigkeitsdauer beim Pferd 336 Tage. Abweichungen hiervon sind jedoch enorm. 95% der Geburten erfolgen zwischen dem 320. und 355. Trächtigkeitstag. Bei bestimmten Ponyrassen in Robusthaltung kann die Durchschnittliche Trächtigkeitsdauer um einige Tage höher angesetzt werden.

 

Im ersten Drittel der Trächtigkeit treten teilweise gehäuft frühembryonale Fruchtresorptionen auf. Im mittleren Drittel ist die Trächtigkeit am stabilsten während im letzten Drittel der Trächtigkeit die Wahrscheinlichkeit eines Virusabortes oder einer mechanischen Schädigung der Frucht zunimmt. 

 

 

Methoden der Trächtigkeitsdiagnostik

Eine Trächtigkeitsdiagnostik mittels Ultraschalluntersuchung erlaubt eine zuverlässige Diagnose bereits ab dem 16. Tag nach der Bedeckung bzw. Besamung der Stute. Bei einer Untersuchung ohne Ultraschall kann nur ein ausbleiben der Rosse bzw. eine Rosse diagnostiziert werden da man keinen Nachweis über eine Fruchtanlage hat. Gleiches Ergebnis erzielt ein Probierhengst.

 

Erstes Anzeichen einer Nichtträchtigkeit ist das Umrossen. Eine deutlich rossende Stute ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht tragend.

Umgekehrt jedoch kann bei einer um diese Zeit nicht umrossende Stute nicht geschlussfolgert werden, dass diese Stute tragend sein muss. Es kommt bei Stuten nicht selten vor, dass eine Konzeption stattgefunden hat, dass aber der Embryo bereits sehr früh abgestorben ist, ohne dass ein Signal zum Abbau des Ovariellen Gelbkörpers abgegeben wurde. Solche Stuten verhalten sich über lange Zeit wie tragende Stuten, tatsächlich sind sie aber nicht tragend.

 

Es ist daher dringlichst empfohlen auch bei allen nicht umrossenden Stuten eine Trächtigkeitsuntersuchung mittels Ultraschall durchzuführen. Auch eine Zwillingsträchtigkeit muss ausgeschlossen werden.

 

Eine frühe Diagnostik ist von großer und praktischer Bedeutung, da solche Befunde die Grundlage bilden, entsprechend korriegierend in den Fortbestand der Trächtigkeit eingreifen zu können bzw. bei einer Nichtträchtigkeit die nächste Rosse zu nutzen.

 

 

Sonographische Untersuchung

  • ab dem 16. Tag
  • Embryo ab dem 21. Tag
  • Herzschlag ab dem 22. Tag
  • Allantois ( Dottersack ) ab dem 30. Tag

Bereits am 16. Tag nach der letzten Bedeckung / Besamung wird der äußere Muttermund zapfenförmig und abgedreht. Einen Eingang in den Gebärmutterhalskanal ist dann nicht mehr erkennbar. Die Scheidenschleimhaut ist dann weiß bis leicht rosafarben, trocken und leicht klebrig. Dieser Zustand besteht unverändert während der gesamten Trächtigkeit.

 

Zwischen dem 5. und 7. Trächtigkeitsmonat ist die Frucht in das Abdomen abgesunken und schwer tastbar. Ab diesem Zeitpunkt sowie bei Stuten kleiner Rassen empfiehlt sich ein Hormontest zum Nachweis von Östrogen.

 

 

Östronsulfat

Ab dem 35. Tag der Gravidität steigt die Östronsulfat-Konzentration im Plasma. Die Sekretion erfolgt bis zum 50. ( 55. ) Tag ausschließlich durch die Ovarien und die Konzentrationen entsprechen den Werten, wie sie auch währende der Rosse gemessen werden können. Ab diesem Trächtigkeitsstadium erfolgt stetig steigende Östronsulfat-Sekretion nur aus der Plazenta. Vom 80. bis 160. Tag steigt die Sekretion auf maximale Kozentrationen, die dann bis zur Geburt langsam wieder abfallen. Die plazentare Steroidbiosynthese, vor allem sie Synthese von Östrogenen, ist beim Pferd an die fetoplazentäre Einheit gebunden, d. h. die ersten Syntheseschritte erfolgen nicht in der Plazenta oder in der Stute sondern in den sich über proportional entwickelnden Gonaden des Fetus. Sie ist demnach - anders als das PMDG - an ein lebendes Fohlen gebunden. 

 

Der Progesterontest wurde eine Zeit lang als Trächtigkeitstest gehandelt. Dieser ist jedoch im Prinzip ein Probierhengst im Labor. Ein hoher Progesteronwert am 19. Tag nach der Bedeckung / Besamung besagt, dass die Stute nicht rossig, also vermutlich tragend ist.

 

Andere hormonelle Tests basieren auf den Nachweis des Trächtigkeitshormons PMSG, Pregnant Mare Serum Gonadotropin.

 

Ab dem 36. Tag der Gravidität bilden sich im Endometrium der Stute kraterförmige Einstülpungen, sogenannte Endometrials Cups. Diese synthetisieren ab diesem Zeitpunkt das gonadotrope Hormon PMSG. Ein Nachweis von PMSG ist erst nach dem 40. Tag sinnvoll, da einzelne Tiere erst ab diesem Tag meßbare Konzentrationen im Plasma aufweisen. Bis zum Tag 100 der Gravidität kann PMSG sicher nachgewiesen werden. Ab diesem Zeitpunkt sinkt bei einigen Tieren die PMSG-Sekretion in nicht meßbare Bereiche. Bei einem Großteil der Stuten ist ein PMSG-Nachweis bis zum 120.-130. Tag möglich.

 

 

Aussagekraft

Nachweisbare PMSG-Konzentrationen beweisen, das eine Konzeption stattgefunden hat und die Gravidität bis zum 40. Tag bestanden hat. Der Nachweis ist lediglich für das Bestehen der Gravidität, nicht für die Intaktheit des Konzeptus beweisend ( bleibt über ein Absterben des Fetus hinaus bestehen ).

 

 

Hormontest bei Pferde-, Pony- und Eselstuten

Besonders geeignet bei kleinen Stuten bei denen eine transrektale Palpation und Ultraschalluntersuchung keine Möglichkeiten für eine Trächtigkeitsdiagnostik sind. Der Nachweis von Östrogenen im Kot ist ab dem 120. Trächtigkeitstag beweisend. Einen Urintest ist ab dem 38. Tag bis zum 300. Tag nach der Bedeckung / Besamung möglich. 

 

 

 

Trächtigkeitsdiagnostik mittels Ultraschall beim Rind

 

  • Nachweis von Flüssigkeit im Uterus ab dem 20. Tag
  • Bildung von 2 Kammern im 2. Monat sichtbar
  • Embryo nachweisbar ab dem 28. Tag

 

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